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DAXIT steht vor der Tür

Arbeitskreis 700 Jahre plant den Austritt aus allem

„Wir wollen endlich unsere Geschicke wieder selbst in die Hand nehmen“, schreibt der Arbeitskreis 700 Jahre Dorn-Assenheim in einer Pressemitteilung. Nach den überaus erfolgreichen Veranstaltungen des letzten Jahres möchte man das Aktivitätsmomentum aufrecht erhalten und hat sich nun neue Aufgaben gestellt. Das Ziel: Der Daxit, der Dorn-Assenheim-Exit, sprich der Austritt aus allem, was die Dorn-Assenheimer daran hindert, nach eigener Facon glücklich zu werden. Konkret sei dies der Austritt aus der Stadt Reichelsheim, dem Wetteraukreis, dem Land Hessen, der Bundesrepublik Deutschland und letztendlich der EU.

„Jeder mischt sich in unsere Angelegenheiten“, verzweifelt der Arbeitskreis. Das fange bei der Stadt an, die Kindergärten baue, wo sie niemend hin haben will und ende bei der EU, die gerade zum Wocheende wieder mal ohne Rückfragen bei der Bevölkerung an den Uhren herumgeschraubt hätte. Lange Austrittsverhandlungen erwartet der Arbeitskreis nicht: „Wir haben ja kein Parlament wie in London, das zu allem Nein sagt“, hört man aus Insiderkreisen. Hinter vorgehaltenener Hand wird zudem gemunkelt, dass ein einfaches Schreiben an den Reichelsheimer Bürgermeister und die EU-Kommission ausreichen würde: „Bis das bearbeitet wird, sind wir schon längst weg“, ist man sich sicher.

Zudem hätte ein Daxit vielfältige Vorteile. Zu erwartende Grenzkontrollen würden den Durchgangsverkehr, sofern es überhaupt noch welchen gäbe, verlangsamen – das leidige Thema Geschwindigkeitskontrollen wäre endlich vom Tisch. Am Bergwerksee und damit der Seegrenze zu Wecksheim könnte eine große Freihandelszone entstehen. Steuerfrei – vesteht sich „Die Schönen und Reichen dieser Welt müssen ihre Yachten dann nicht mehr in irgendlwelchen subtropischen Anlegehäfen a la Monaco parken“, das sei jetzt problemlos am Südufer des Sees bei Schnaps, Zigaretten und Parfüm zum Duty Free Tarif möglich.

Mit welcher Währung die Dorn-Assenehimer künftig zahlen, ist allerdings noch offen. Spekuliert wird wahlweise über die Einführung der DA-Mark oder den historisch erprobten Zigarettentauschhandel. Für letzteres spreche allein die folgende Tatsache: Es gäbe zwar im Dorf keinen Geldautomaten mehr, aber dafür seinen noch ausreichend Zigarettenautomaten vorhanden. Auch an die Ausgabe eigener Briefmarken sei gedacht. Erstes Motiv: Der Dorfbrunnen im Frühling, gefolgt von den Motiven „Der Dorfbrunnen im Sommer“ und der „Dorfbrunnen im Herbst“. Auf die Winterausgabe wolle man verzichten, da mangels Schnee und Klimawandel dann auch das Herbstmotiv noch ausreichend sei,

Das schlagkräftigste Argument für den Daxit sei allerdings sportlicher Natur. In der neuen DA-Fußballliga spielen nur noch zwei Mennschaften: die Erste und die Zweite und der Sieger qualifiziert sich für die Champios League.

Foto: Neue Ortseingangschilder sind bereits bestellt